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Wie richte ich den Notruf zu einer Leitstelle ein (= NSL Reporting)?

Funktion „NSL Reporting“ konfigurieren | Aufschaltung zu einer Alarmempfangsstelle (AES) / Notruf- und Serviceleitstelle (NSL)
# Secvest Touch Funkalarmanlage (FUAA50500)


Lesedauer: ca. 10 Minuten

 

Sobald richtig konfiguriert meldet die Secvest Funkalarmanlage Ereignisse an Alarmempfangsstellen (kurz AES) bzw. Notruf- und Serviceleitstellen (kurz NSL), und zwar:

Die empfangende AES/NSL löst dann die vereinbarten Schritte aus.

Um der EN 50131 zu entsprechen:

  • muss das NSL Reporting eingeschaltet und …
  • entweder der Dynam. Testruf oder der Stat. Testruf freigegeben sein.

Wir empfehlen das NSL Reporting nach der ersten Konfiguration und nach jeder Änderung sowie regelmäßig im normalen Betrieb zu testen.


Bei Bedarf stehen je nach Ereignisfall zusätzlich oder ersatzweise weitere Kommunikationsarten zur Verfügung, die Sie separat konfigurieren müssen:

 

 

0. Voraussetzungen

Um die Funktion „NSL Reporting“ zu konfigurieren und damit die Secvest Ereignisse an AES/NSL überträgt müssen folgende Voraussetzungen zwingend vorliegen:

  • Für eine IP-Übertragung: Am Standort der Alarmzentrale eine Breitband-Internet-Verbindung (per DSL, TV-Kabel, oder Glasfaser).
  • Für eine Übertragung via a/b-Schnittstelle: Eine Verbindung ins Telefonnetz.
  • Für eine Mobilfunk-Übertragung: Ein stabiler GSM-Dienst in Verbindung mit einem eingebauten Secvest Mobilfunkmodul (ESMO50000) bzw. GSM-Modul (FUMO50000 bis FUMO50001).
  • In jedem Fall: Ein AES/NSL-Dienst, der die von der Secvest unterstützten Übertragungsprotokolle verarbeitet.

 

1. NSL Reporting konfigurieren

  • Melden Sie sich als Errichter an, z. B. mithilfe der Web-Oberfläche der Secvest.
  • Gehen Sie den Pfad  Errichtermodus > Kommunikation > NSL Reporting .

Dadurch öffnet sich auf der Web-Oberfläche der Secvest die Maske „NSL Reporting“.

FUAA50xxx_Errichter_NSL Reporting

 

1.1 Anrufmodus

Über die Dropdown-Schaltfläche „Anrufmodus“ wählen Sie, ob der Übertragungsweg zu einer Alarmempfangsstelle (AES) bzw. Notruf- und Serviceleitstelle (NSL) gesperrt oder (EN 50131-konform) grundsätzlich freigegeben ist.

Die Option „Abwechselnd„ macht Sinn, falls Sie mehr als einen Empfänger bzw. mehr als eine Rufnummer hinterlegen.

 

 

1.2 Protokoll

Die Secvest unterstützt die Protokolle:

  • Fast Format
  • Contact ID (kurz CID)
  • SIA 1
  • SIA 2
  • SC SIA 3
  • Ex SIA 3
  • Ex SIA 2 v2
  • Ex SIA 3 v3
  • Contact ID in SMS

Sobald die Alarmzentrale den Kommunikationsweg Ethernet nutzt packt sie die klassischen (in der Secvest wählbaren) Protokolle in das IP-basierte Protokoll DC-09 zur Übertragung an die AES/NSL.

  • Wählen Sie über die Dropdown-Schaltfläche „Protokoll“ das beiderseits unterstützte und mit dem NSL-Dienst vereinbarte Übertragungsprotokoll.

 

1.3 Telefonbuch

  • Falls noch nicht geschehen: Hinterlegen Sie in der Secvest die vom AES/NSL-Dienst erhaltenen Verbindungsdaten innerhalb eines (neuen) Kontakts bzw. Empfängers.

Als nächstes wählen Sie den (oder die) angelegten „Empfänger“ für Übertragungen aus.

  • Klicken Sie dafür in der Maske „NSL Reporting“ auf die Teil-Maske „Telefonbuch“.
  • Klicken Sie in das Eingabefeld „Tel. Empfänger 1“ oder „IP Empfänger 1“, je nach Übertragungsweg.

Dadurch erscheint das Fenster „Empfänger 1“.

  • Wählen Sie den „Empfänger“, den Sie zuvor für die Leitstellenaufschaltung angelegt haben.

Dadurch erscheint das Fenster mit den Namen des entsprechenden Empfängers.

  • Wählen Sie die hinterlegte Telefonnummer bzw. IP-Adresse, je nach Empfänger bzw. Übertragungsweg.

Die Secvest überträgt Ihre Auswahl in das entsprechende Eingabefeld.

  • Falls Sie einen (oder zwei) IP-Empfänger verwenden: Tragen Sie in das (jeweilige) Eingabefeld „Port“ den (oder die) vom AES/NSL-Dienst erhaltenen Port(s) ein.
Info

Kontakte/Empfänger, die Sie für die Aufschaltung zu einer AES/NSL nutzen, sind im (Erweiterten) Benutzermenü ausgeblendet.

Denn um die DIN EN50131-Konformität zu gewährleisten dürfen Level 2-Benutzer (= Zugangsebene 2 = Administratoren und Normale Benutzer) keine Änderungen zur Aufschaltung zu einer AES/NSL durchführen, was Änderungen am entsprechenden Kontakt/Empfänger einschließt.

 

1.4 Kunden ID

  • Klicken Sie auf die Teil-Maske „Kunden ID“.
  • Tragen Sie die vom AES/NSL-Dienst erhaltene Kunden-ID pro Teilbereich ein.

Zwei und mehr Kunden-ID machen eventuell Sinn, falls die Teilbereiche aufgrund mehrerer Wohneinheiten und ggf. unterschiedlichen Bewohnern/Familien/Nutzern eingerichtet wurden.

 

1.5 Protokollabhängige Einstellungen

Die Bezeichnung und der Inhalt der nächsten (dritten) Teil-Maske ist abhängig vom zuvor gewählten Protokoll (= „Protokollabhängige Einstellungen“).

  • Klicken Sie auf die Teil-Maske „Protokollabhängige Einstellungen“.
  • Wählen Sie welche Ereignisse die Secvest überträgt, bei den Protokollen SIA, CID usw. indem Sie einen Haken in die entsprechende Checkbox setzen.
    Ist das Protokoll „Fast Format“ eingestellt wählen Sie die Ereignisse über die Dropdown-Schaltflächen; mit der Option „nicht verwendet“ überträgt die Secvest über den entsprechenden Kanal nichts.

 

1.6 Weitere Einstellungen („Mehr …“)

  • Klicken Sie auf die Teil-Maske „Mehr …“.

 

1.6.1 Wiederherstell.

  • Aktivieren oder deaktivieren Sie die Funktion „Wiederherstell.“.

Ist die Funktion „Wiederherstell.“ aktiviert, durch setzen des Hakens in der entsprechenden Checkbox, übermittelt die Secvest die Information über das Rücksetzen eines Ereignisses (= Wiederherstellen).

Ist die Funktion deaktiviert übermittelt die Alarmzentrale ein Wiederherstellen nicht.

 

1.6.2 21CN FF Ack Zeit

Die Einstellungs-Optionen für „21CN FF Ack Zeit“ erscheinen ausschließlich dann, wenn Sie das Protokoll „Fast Format“ gewählt haben.

Beispiel

Die „21CN FF Ack Zeit“ ist auf 800ms eingestellt.

Die Alarmzentrale meldet per Daten-Übertragung das Ereignis „Einbruchalarm“ an eine verbundene AES bzw. NSL.

Die Alarmzentrale wartet nun bis zu 800ms auf eine automatisierte Antwort des NSL-Systems, im Sinne von „Ja, das Ereignis „Einbruchalarm“ wurde erfolgreich übertragen.“

Kommt die Antwort des NSL-Systems nicht innerhalb der 800ms sendet die Alarmzentrale das Ereignis „Einbruchalarm“ erneut an die NSL.

Je nach Telefon-Verbindung (bzw. je nachdem, wie häufig unterschiedliche öffentliche Übertragungs-Netze die Daten für das Ereignis „Einbruchalarm“ während des Übertragens umwandeln) braucht die Rückmeldung der NSL ggf. länger als z. B. 800ms.

  • In diesem Fall: Stellen Sie eine längere Zeit ein als z. B. 800ms, mithilfe des Drop-down-Felds.
  • Klicken Sie entweder auf „Übernehmen“, um die Einstellungen zu speichern, oder fahren Sie mit dem nächsten Schritt fort.

 

1.6.3 Kommunikation Deaktiv

  • Aktivieren oder deaktivieren Sie die Funktion „Kommunikation Deaktiv“.

Ist die Funktion „Kommunikation Deaktiv“ aktiviert, durch setzen des Hakens in der entsprechenden Checkbox, übermittelt die Secvest alle Statusmeldungen und Ereignisse – unabhängig davon, ob das Alarmsystem aktiviert oder deaktiviert ist.

Ist die Funktion deaktiviert übermittelt die Alarmzentrale Statusmeldungen und Ereignisse während Sie aktiviert ist. Wenn das Alarmsystem dann deaktiviert ist übermittelt es gar keine Statusmeldungen/Ereignisse.

 

1.6.4 Einbruch Kommunikation Wiederaktiv

Die Option erscheint ausschließlich, wenn in der Maske „Bestätigung“ die Einstellung „Basis“ ausgewählt ist und gleichzeitig in der Maske „Protokoll“ die Einstellung „Fast Format“ ausgewählt ist.

  • Aktivieren oder deaktivieren Sie die Funktion „Einbruch Kommunikation Wiederaktiv“.

Ist die Funktion „Einbruch Kommunikation Wiederaktiv“ aktiviert, durch setzen des Hakens in der entsprechenden Checkbox, aktiviert die Alarmzentrale Kanal 3 (Werkseinstellung „Einbruchalarm“) erneut sobald die Sirenendauer abgelaufen ist.

Nachdem Kanal 3 wieder aktiviert ist überträgt die Alarmzentrale erneut ein Ereignis, sobald ein/e Melder/Zone auslöst. Das Alarmsystem blendet bereits ausgelöste Zonen hierbei automatisch aus.

Info

Löst ein/e Melder/Zone vom Typ „Ein/Ausgang“ aus, wird die Secvest den Kanal 3 am Ende der programmierten Ein- und Ausgangszeit auslösen.

Vergleichen Sie dazu die Funktion „Auto Wieder Aktiv“.

Ist die Funktion deaktiviert bleibt Kanal 3 solange aktiv, bis ein Benutzer (Anwender oder Errichter) das System zurücksetzt.

 

1.6.5 Dynam. Testruf

  • Aktivieren oder deaktivieren Sie die Funktion „Dynam. Testruf“.

Damit die Secvest der EN 50131 entspricht muss entweder die Funktion „Dynam. Testruf“ oder die Funktion „Stat. Testruf“ aktiviert.

Aktiviert = Der dynamische Testruf ist aktiviert. Damit startet die Alarmzentrale immer 24 Stunden nach dem letzten Übertragen eines von Ihnen bestimmten Ereignisses einen Testruf.

Deaktiviert = Der dynamische Testruf ist deaktiviert. Dadurch erscheint das Dropdown-Auswahlfeld „Stat. Testruf“.

 

1.6.6 Priorität Kommunikation

  • Klicken Sie auf die entsprechende Schaltfläche mit dem Pfeil.

Dadurch erscheint ein Fenster über das Sie einstellen ob bzw. in welcher Reihenfolge die Secvest die Kommunikationswege ansteuert.

Beispiel

Die Kommunikationswege „IP/Ethernet„ (= Internet) und „GSM„ (= Mobilfunknetz) sind konfiguriert.
Die entsprechende Alarmzentrale ist nicht via a/b-Schnittstelle mit dem Telefonnetz verbunden.

Dementsprechend zeigt das Fenster die Eingabefelder:

  • Ethernet
  • GSM

  • Klicken Sie in die entsprechenden Eingabefelder.

Es erscheint ein weiteres Fenster mit mehreren Auswahlmöglichkeiten.

  • Klicken Sie für den entsprechenden Kommunikationsweg auf die gewünschte Platzierung in der Kommunikationsreihenfolge, z. B. Ethernet: 1
  • Bei Bedarf: Wiederholen Sie die zwei vorausgegangenen Schritte für weitere Kommunikationswege, z. B. GSM = 2
  • Wählen Sie „Nein„, falls über den entsprechenden Kommunikationsweg kein NSL Reporting erfolgen soll.
    Im Beispiel zuvor ist die a/b-Schnittstelle nicht in Gebrauch, also muss: PSTN = Nein

Die Secvest übernimmt Ihre Auswahl in das Eingabefeld.

  • Klicken Sie auf die Schaltfläche „Übernehmen“.

Damit gelangen Sie zurück auf die Maske „NSL Reporting“.

Info

Sobald die Alarmzentrale den Kommunikationsweg Ethernet nutzt:

Zum Übertragen an die AES/NSL packt die Secvest die klassischen Protokolle in das IP-basierte Protokoll DC-09.

 

1.6.7 Stat. Testruf

„Stat. Testruf“ erscheint ausschließlich, wenn die Funktion „Dynam. Testruf“ deaktiviert ist.

Damit die Secvest der EN 50131 entspricht muss entweder die Funktion „Dynam. Testruf“ oder die Funktion „Stat. Testruf“ aktiviert.

  • Wählen Sie über das Dropdown-Auswahlfeld „Gesperrt“, „Täglich“, „Wöchentlich“, oder „Monatlich“.

 

1.6.8 Stunde einstellen

„Stunde einstellen“ erscheint ausschließlich, wenn die Option „Stat. Testruf“ auf „Täglich“, „Wöchentlich“, oder „Monatlich“ gestellt ist.

  • Tragen Sie in das Eingabefeld die Uhrzeit des täglichen Testrufs ein.

 

1.6.9 Tag einstellen

„Tag einstellen“ erscheint ausschließlich, wenn die Option „Stat. Testruf“ entweder auf „Wöchentlich“ gestellt ist …

  • Wählen Sie über das Dropdown-Auswahlfeld für einen Wochentag.

oder auf „Monatlich“ gestellt ist.

  • Tragen Sie in das Eingabefeld den Tag im Monat ein (im Format „1“ etc. bis „31“), an dem der Testruf ausgeführt werden soll.

Die Konfiguration des NSL Reporting ist damit abgeschlossen.

 

Beispiel

Die NSL erhält von der Secvest ausschließlich Daten in Form von: 1234 18 1137 01 015 2

  • 1234 = die Kunden-ID, wie von der NSL bei mitgeteilt und eingetragen
  • 18 = der Nachrichten-Typ = in diesem Fall: das Übertragungs-Protokoll Contact ID (kurz CID)
  • 1137 = der Code für das konkrete Ereignis, in diesem Fall: 1 für „neues Ereignis„ und 137 für „System-Sabotage-Alarm„
  • 01 = die Nummer des betroffenen Teilbereichs
  • 015 = die Nummer der betroffenen Zone
  • 2 = der Prüfsummen-Wert, den die AES/NSL braucht um zu überprüfen und zu bestätigen, dass eine gültige Nachricht empfangen wurde


 

 

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